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Das Evolutionslabor Wüste 


In den Wüsten sind durch die Evolution faszinierende Anpassungen selektiert worden, denn hier herrschen sehr ungünstige und extrem wechselnde Wetterbedingungen vor. Die Pflanzen bedecken hier definitionsgemäß
höchstens 5 % der Oberfläche.


Stress und Anpassung


Trockenwüsten haben Niederschläge von unterhalb 50 mm bzw. 200 mm (Halbwüste) pro Jahr (Köln: 750 mm), bei hoher Verdunstung, hohen Tagestemperaturen, hoher UV-Einstrahlung und oft kalten Nächten. Viele Wüstenpflanzen speichern das kostbare Wasser (Regen, Nebel, Tau) in ihrem Inneren. Stammspeicher finden sich bei den Kakteen (Cactaceae) aus Amerika, wie auch bei den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae). Saft
speichernde Blätter kennt man von der heilenden Aloe (Aloe vera). Die Aloe hält dabei das Wasser mithilfe „schleimiger Vielfachzucker“ in einem Gel im Blatt fest.


Verluste vermeiden und vor Feinden 


Eine geringere Verdunstung kann durch Reduzierung der Blatt- und Oberfläche (Kugelform) und eine derbe Oberhaut mit weißen Haaren oder Wachs erreicht werden. Bei der Fensterpflanze (Fenestraria) erlaubt ein lichtdurchlässiges „Fenster“ die Fotosynthese im unterirdischen Körper. Dornen oder Stacheln wehren Tiere ab. Versteifende Rippen (säulenförmige Kakteen) oder Skelettfasern (Blätter bei Agaven) halten die Körperform. Die giftigen Säfte der Wolfsmilchgewächse oder der Aloen sind chemische Abwehrstoffe.

 

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Die Kölner Schatzkammer


Das Wüstenhaus der Kölner Flora beinhaltet unwiederbringliche Schätze. Die Fachkräfte kultivieren etwa 1100 der weltweit etwa 1700 Kakteen- Arten und stellen neben dem Bildungsangebot auch der Forschung ihr Material, Daten und Expertise zur Verfügung. Die Flora hat eine ausgewiesene Sammlung von Aloen (125 der ca. 500 bekannten Arten) und anderer 900 Sukkulenten-Arten, wie einem 300 Jahre alten Brotpalmfarn (Encephalartos altensteinii).

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