Die Deutsche Kunstausstellung 1906

Im Jahr 1906 findet mit der Deutschen Kunstausstellung eine Veranstaltung von internationalem Rang statt, die den Jugendstil in die Flora bringt. Aus dem Ideenwettbewerb gehen vier berühmte Architekten der damaligen Avantgarde als Sieger hervor. Sie legen um den Flora-Weiher herum eine Gruppe von Gebäuden an, die die unterschiedlichen Strömungen des Jugendstils verkörpern.

Der Frauen-Rosenhof Zeichnung von Olbrich    BU zusammen    PanoramamitFriedensgartenTonhausundAusstellungsgebaeude


Das Ausstellungsgebäude und der BrunnenhofAusstellungsgebaeude

Dem monumentalen Ausstellungsgebäude von Hermann Billing ist ein, sich zum Weiher öffnender, säulengefasster Hof vorgelagert. Das Portal des Gebäudes wird durch eine Verkleidung mit reich ornamentierten, farbig glasierten Tonfliesen hervorgehoben. Wesentlich schlichter als diese Fassade ist der Pavillon Bernhard Pankoks. Im Zentrum des von beiden Gebäuden gebildeten Hofs liegt ein zweischaliger, farbig glasierter Brunnen. „Der Hof hat schöne Verhältnisse, er wirkt licht und das Farbige unterstützt die ruhige, graziöse Feinheit des räumlichen Eindrucks.“

 




Brunnenhof mit PavillonDas Tonhaus

Das auf der Halbinsel am Teich errichtete Tonhaus von Peter Behrens ist für die Veranstaltung von Konzerten und Rezitationen konzipiert. Der strenge, kühle Bau zeigt eine durch klare Linienführung und ruhigen Flächenaufbau sich auszeichnende, vorwiegend weiße Fassade. Zum Wasser liegt ein Platz, der von einer mächtigen kurzgehaltenen Pergola begrenzt wird. Ausgerechnet dieser strenge Bau sorgt für große Heiterkeit, da Behrens nach seinem Vorbild das Krematorium in Hagen baut.
Tonhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Frauen-RosenhofFrauenrosenhof

Im Gegensatz zu diesem kühl wirkenden Bau „fesselt das entzückend schöne Bild des Rosenhofes am jenseitigen Ufer das Auge, und besonders wenn die sinkende Sonne seine roten Sandsteinmauern in warmem Tone erglühen läßt, ist das Bild bezaubernd schön.“ Der sich durch seine reich gegliederte Architektur auszeichnende, fast klösterlich wirkende Frauen-Rosenhof von Josef Maria Olbrich besteht aus einem lang gestreckten, schattig-kühlen Gang, durch dessen offene Bogenfenster der Blick auf den Rosengarten schweifen kann. An den Gang schließt sich der fast quadratische Hauptbau an, der die Ausstellungsstücke enthält, die dem Frauen-Rosenhof den ersten Namensteil geben. Im Interieur aus edlen Hölzern werden Möbel, Stickereien, Fächer und Geschmeide für schöne Frauen präsentiert. Der Frauen-Rosenhof ist mit Bruchstein aus rotem Mainsandstein gemauert, dem die Ausfugung mit weißem Zement eine lebendige Struktur verleiht. Die mit Biberschwanzziegeln gedeckten Dächer geben dem Bauwerk einen geduckten Charakter, der durch die hohen Bäume noch verstärkt wird. Dieses Eingebettetsein verleiht dem Gebäude im Zusammenhang mit seinem poetischen Namen den immer wieder beschriebenen Mythos des Geheimnisvoll-Magischen. Durch den tiefer liegenden Bogengang „wird der Besucher gleichsam aus der gewöhnlichen Welt entführt. Eine geheimnisvolle Stimmung umgibt ihn. Der Gang lässt Durchblicke frei in einen kleinen Garten, in dem Rosen glühen. Überall diese Farbe, die die Wärme ausstrahlt.“ Olbrich kann am Frauen-Rosenhof auch seine Idee der „Farbengärten“ verwirklichen. Mit den monochromen Rosenbeeten in Rot, Gelb und Weiß soll eine künstlerische Steigerung durch Einheit der Farbgebung erzielt werden.

Idyll am Wasser
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