Glanz und Blüte

In den ersten 25 Jahren ist die Flora das Erste Haus am Platze für Feiern, Bälle und Veranstaltungen aller Art. Durch Eintrittsgelder, Abonnements und die Gastronomie werden der Aktiengesellschaft kontinuierlich gute Gewinne beschert.

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Handelsgärtnerei, Höhere Gärtner-Lehranstalt und Aquarium

Gewinn bringen auch drei angeschlossene Betriebszweige. Eine Sensation ist 1869 die Eröffnung des Aquariums. Es ist eines der ersten Schauaquarien Europas. Die Handelsgärtnerei mit Zierpflanzen- und Gehölzanzucht wird nach den Eintrittsgeldern zur wichtigsten Einnahmequelle. 1873 wird die Gärtner-Lehranstalt mit Internat eingeweiht. Gemäß den Schulstatuten werden hier Gärtner aller Sparten herangebildet.

 

Muenzen
Die Internationalen Gartenbau-Ausstellungen
Die Internationale Gartenbau-Ausstellung 1875

Zentrale Ereignisse sind die drei großen Ausstellungen, die das Gesicht der Flora wesentlich prägen. Die erste große Ausstellung findet 1865 statt. Aus 14 Ländern reisen Aussteller an. Nach Beendigung der Schau fällt der AG die Orangerie zu. Im Winter werden hier Kübelpflanzen überwintert, im Sommer finden Blumenschauen statt. Die zweite Gartenbau-Ausstellung 1875 bietet ein enormes Sortiment, das von Pflanzen aller Art, über Gartenbedarf bis zu Industrieprodukten reicht. Die Ausstellung hinterlässt dem Garten vier Gewächshäuser an der Nordseite, u. a. ein Victoria- und ein Palmenhaus. „Noch nie habe sie die Flora so schön gesehen“, lobt Kaiserin Augusta, als sie während der Ausstellung durch den Garten lustwandelt. Am Abschluss der problemlosen Jahre steht 1888 die dritte Internationale Gartenbau-Ausstellung, die aufgrund ihres teilweise kirmesartigen Charakters umstritten ist. Am Rande des Parterres verbleibt mit dem Kaiserpavillon ein verspielt ornamentiertes Tempelchen im Stil des Rokoko.

 


Der FriedensgartenPlan der Flora 1872

Unmittelbar nach dem Deutsch-Französischen Krieg wird ein luxuriös ausgestatteter Verbindungstrakt, der Kaisersaal, zwischen Wintergarten und Orangerie errichtet. Das Gebäudeensemble umschließt dreiseitig den „Friedensgarten“, dessen Mittelpunkt eine von Kaiserin Augusta gestiftete Kolossalvase aus Zinkguss mit dem vergoldeten Bildnis Ihrer Majestät ziert.

 

 

 







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 Prosperität und Niedergang

Der Maurische  Kiosk

Mit allseits beliebtem Programm aus Sommerfesten, Konzerten, Illumination, Feuerwerk und, als gelegentlichem Höhepunkt, Besuchen der Mitglieder des Kaiserhauses, zieht die Flora lange Zeit das Publikum an. 1890 endet mit dem Tod von Gartendirektor Julius Niepraschk eine Ära von Glanz und Blüte. Die Konkurrenz zahlreicher neuer Lokale führt dazu, dass die jetzt etwas „verstaubte“ Flora 1890 erstmals Rote Zahlen schreibt. Um dem entgegen zu steuern wird 1898 ein neuer Konzertsaal angebaut. Die Flora ist jetzt, mit Raum für 2.457 Personen, der größte Saal Kölns. Das neue 33-köpfige Flora-Orchester genießt bald einen sehr guten Ruf und bringt zusätzliche Einnahmen. 1913 wird mit dem Jubiläumsball zum 50-jährigen Bestehen der Flora eines der letzten großen Feste gefeiert. Jedoch können die enormen Ausgaben für den Unterhalt von Garten und Gebäuden schon lange nicht mehr gedeckt werden.

 

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Abbildungsnachweisnachweis:
Ernst Beck, Gerd Bermbach, Joachim Brokmeier, Rheinisches Bildarchiv