Der neue Botanische Garten in Köln-Riehl

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Lageplan Botanischer Garten
Nach großen Flächenverlusten, die der Botanische Garten am Vorgebirgstor durch den Ausbau der Eisenbahn erlitten hat, drängt dessen Leiter, der Botaniker Dr. Peter Esser, die Stadt Köln für Ersatz zu sorgen. In Hinblick auf eine spätere Erweiterung durch das Gelände der kurz vor dem Bankrott stehenden Flora-AG beschließt der Stadtrat, das Kiesgrubengelände nördlich davon für den neuen Botanischen Garten zu kaufen.

Eröffnung

Zu Pfingsten 1914 kann der neue Städtische Botanische Garten eröffnet werden. Er ist zur Flora hin durch eine Sandsteinmauer abgetrennt und damit vorerst eine vollkommen eigenständige Anlage. Erster Direktor wird Dr. Peter Esser, der 1919 auch als erster ordentlicher Honorarprofessor für Botanik an die wieder errichtete Universität berufen wird.

Mit dem neuen Botanischen Garten ist eine Anlage entstanden, in deren Grundriss zwar die wissenschaftliche Zweckbestimmung ablesbar ist, die aber auch für Erholungssuchende einen großen Reiz ausübt. In Bezug auf die Gestaltung des neuen Gartens hat Esser, auch in Hinblick auf die geplante Verschmelzung mit der Flora, deren „Stil im Auge“. Bäume und Sträucher des Arboretums sind deshalb nicht allein in botanisch-ökologischen Gruppen sondern auch nach ästhetischen Gesichtspunkten angeordnet.

Das Hexenhaus
Verschwenderischen Blütenfülle und Farbenpracht

Auf dem lang gestreckten Grundriss wird das Gartengelände durch einen ovalen Rundweg in dem ein Achsenkreuz liegt, erschlossen. Der gerasterte Mittelteil der Achsen beherbergt nach Familien, Gattungen und Arten geordnet das „natürliche Pflanzensystem“ gemäß der Linné‘schen Ordnung. Auch in den systematischen Abteilungen sind wissenschaftliche und ästhetische Aspekte geschickt miteinander verbunden. An der breiten Querachse liegt das Wohnhaus des Gartendirektors, das wegen seines Zeltdachs von den Gärtnern „Hexenhaus“ genannt wird. Die Längsachse endet mit der schroff hinter einem malerischen Teich aufragenden Felsengruppe des Alpiniums, von der ein Wasserfall herabstürzt.

VerschwenderischeBluetenpracht

Das Arboretum und der Bereich um Alpinum und Teich mit der vielfältig und reizvoll blühend zusammen gestellten Pflanzenauswahl entwickeln sich schnell zum beliebtesten Anziehungspunkt. Die Aquarelle, die Dr. Walter Dahmen 1921 malte, spiegeln die verschwenderischen Blütenfülle und Farbenpracht des neuen Botanischen Gartens wider.

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Strenge Raumgliederung an der Direktorenvilla

Abbildungsnachweis:

Gerd Bermbach, Kristiane und Eugen Moll